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Hämorrhoiden und Marisken

By Dezember 15, 2018 Februar 12th, 2020 No Comments
Technische Geräte für Hämorrhoiden Untersuchung

Un­ter der Schleim­haut im In­nern des Af­ters be­fin­det sich ein Ge­flecht von Blut­ge­fäs­sen. Das dar­in flies­sen­de Blut wird bei ge­schlos­se­nem, an­ge­spann­tem Schliess­mus­kel ge­staut, wo­durch die­se Ge­fäs­se an­schwel­len und wie wei­che Kis­sen den Anal­ka­nal nach aus­sen ab­dich­ten. Wenn sich der Schliess­mus­kel bei der Darm­ent­lee­rung ent­spannt, ent­lee­ren sich die Kis­sen wie­der und ge­ben den Weg frei. Die Be­deu­tung die­ses dy­na­mi­schen Sys­tems für die Kon­ti­nenz ist uns meist nicht be­wusst. Erst wenn es sich krank­haft ver­än­dert, neh­men wir es wahr und spre­chen dann von Hä­mor­rhoi­den.

Hämorrhoiden – (fast) eine Zivilisationskrankheit

Hä­mor­rhoi­den ent­ste­hen aus meh­re­ren Ur­sa­chen. Am wich­tigs­ten schei­nen eine un­phy­sio­lo­gi­sche Stuhl­ent­lee­rung und eine un­güns­ti­ge Stuhl­kon­sis­tenz zu sein. Dies be­trifft be­son­ders Men­schen mit chro­ni­scher Ver­stop­fung, die ih­ren meist har­ten Stuhl nur un­ter star­kem Pres­sen ent­lee­ren kön­nen. Da­bei wer­den die Hä­mor­rhoi­den nach aus­sen ge­drückt und über die Zeit im­mer grös­ser. An­de­re Fak­to­ren sind Über­ge­wicht, Schwan­ger­schaft, chro­ni­scher Durch­fall, über­mäs­si­ger Al­ko­hol­kon­sum, schar­fe Ge­wür­ze oder eine ge­ne­ti­sche Prä­dis­po­si­ti­on.

Ma­ris­ken sind Haut­läpp­chen am Af­ter, die nach vor­über­ge­hen­der Über­deh­nung durch dar­un­ter­lie­gen­de ge­stau­te Blut­ge­fäs­se zu­rück­blei­ben und aus hy­gie­ni­schen oder kos­me­ti­schen Grün­den stö­ren kön­nen.

Blutung, Schwellung, Juckreiz – die drei Hauptsymptome

Das häu­figs­te Sym­ptom von Hä­mor­rhoi­den sind Blut­auf­la­ge­run­gen auf dem Toi­let­ten­pa­pier oder im Stuhl. Ge­le­gent­lich kön­nen Hä­mor­rhoi­den auch stär­ker und an­hal­tend blu­ten. Nicht jede Blu­tung aus dem Af­ter kommt aber tat­säch­lich von Hä­mor­rhoi­den! Es gibt wei­te­re Ur­sa­chen, bei­spiels­wei­se Darm­krebs. In ge­wis­sen Fäl­len emp­feh­len wir des­we­gen eine Darm­spie­ge­lung, um eine an­de­re Blu­tungs­quel­le aus­schlies­sen zu kön­nen.

Ver­grös­ser­te Hä­mor­rhoi­den kön­nen aus dem Af­ter her­vor­tre­ten und müs­sen dann mit dem Fin­ger in den Anal­ka­nal zu­rück­ge­scho­ben wer­den. Ne­ben ei­nem Ge­fühl ei­nes in­ne­ren Dru­ckes oder Fremd­kör­pers kön­nen sie ge­le­gent­lich auch hef­ti­ge Schmer­zen aus­lö­sen. Er­krank­te Hä­mor­rhoi­den ver­lie­ren ihre Funk­ti­on für die Ab­dich­tung des Af­ters. Die Fol­ge ist stö­ren­des Näs­sen und eine Ir­ri­ta­ti­on der um­ge­ben­den Haut. Dies führt nicht nur zu läs­ti­gem Juck­reiz, son­dern ver­stärkt durch die be­ein­träch­tig­te Sen­si­bi­li­tät die In­kon­ti­nenz noch wei­ter.

Standardisierte Abklärung – individuelle Therapie

Hä­mor­rhoi­den müs­sen kor­rekt ab­ge­klärt wer­den. Dazu ge­hö­ren im­mer eine sorg­fäl­ti­ge Un­ter­su­chung und eine Spie­ge­lung von End­darm und Anal­ka­nal. Manch­mal sind auch eine Mes­sung des Schliess­mus­kel­drucks oder eine Dick­darm­spie­ge­lung sinn­voll. Bei der Be­hand­lung ist es sehr wich­tig, dass der Stuhl weich und ge­formt ist, und ohne zu pres­sen ent­leert wer­den kann. Hier hilft eine bal­last­stoff- und flüs­sig­keits­rei­che Er­näh­rung. Sal­ben und Sup­po­si­to­ri­en (Analz­äpf­chen) kön­nen die Schwel­lung und Schmer­zen lin­dern, sie hei­len die Hä­mor­rhoi­den aber nicht.

Klei­ne Hä­mor­rhoi­den kön­nen mit ei­nem Me­di­ka­ment ver­ödet oder durch ein Gum­mi­bänd­chen ab­ge­bun­den wer­den.

Bei grös­se­ren Hä­mor­rhoi­den muss eine ope­ra­ti­ve Be­hand­lung er­fol­gen. Da­bei sind zwei Grund­sät­ze zu be­ach­ten: ers­tens sind «nor­ma­le» Hä­mor­rhoi­den wich­tig für die Fein­kon­ti­nenz. Sie müs­sen bei der Be­hand­lung un­be­dingt ge­schont wer­den. Zwei­tens muss für je­den Pa­ti­en­ten ein in­di­vi­du­el­les The­ra­pie­kon­zept er­stellt wer­den. Es gibt also kei­ne «Stan­dard­be­hand­lung». Ver­schie­de­ne eta­blier­te Ope­ra­ti­ons­ver­fah­ren ste­hen zur Ver­fü­gung: von den so­ge­nannt mi­ni­mal-in­va­si­ven Tech­ni­ken (zB La­ser-Ver­ödung), über die klas­si­schen Ver­fah­ren mit Ent­fer­nung von er­krank­ten Hä­mor­rho­idal­kno­ten, bis zur Sta­bi­li­sie­rung des Ge­we­bes durch spe­zi­el­le Klam­mer­naht­ge­rä­te. Ne­ben­wir­kun­gen wie leich­te Nach­blu­tun­gen, Schmer­zen und eine Stö­rung der Fein­kon­ti­nenz sind vor­über­ge­hend und un­ter­schei­den sich je nach ge­wähl­tem The­ra­pie­ver­fah­ren.

Nach dem Ein­griff sind die Anal­hy­gie­ne und eine wei­che Stuhl­kon­sis­tenz auch zur Pro­phy­la­xe sehr wich­tig.